Durchbruch bei der Novellierung der HOAI: Absenkung der Tafelendwerte ist vom Ti
Durchbruch bei der Novellierung der HOAI: Absenkung der Tafelendwerte ist vom Tisch
Wie dem AHO aus Gesprächen mit Regierungsvertretern bekannt geworden
ist, zeichnet sich ab, dass die Obergrenze der sogenannten
Tafelendwerte nicht gekappt wird, sondern in Höhe von 25,5 Mio. € im
Bereich der Objektplanung bestehen bleibt. Auch eine kurzfristige
Honorarerhöhung für Architekten und Ingenieure um 10 Prozent ist
vorgesehen. "Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung", begrüßte
der AHO-Vorstandsvorsitzende Ernst Ebert die aktuelle Entwicklung
anlässlich der AHO-Veranstaltung am 26.11.2008 zur Novellierung der
Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) und zur
Präsentation des AHO-Bürokostenvergleichs 2007 mit Aussagen zur
Auskömmlichkeit ausgewählter Honorartafeln vor rund 160 Gästen.
Im Vorfeld hat der FDP-Politiker Patrick Döring massiv zur Diskussion
beigetragen und Rechtsgutachten der Wissenschaftlichen Dienste des
Deutschen Bundestages vorgelegt. Diese belegen eindeutig, dass mit
einer verbindlichen Honorarregelung nur für Büros mit Sitz in
Deutschland ("Inländer-HOAI") die Dienstleistungsfreiheit ausländischer
Büros umfassend gewährleistet wäre und eine Absenkung der Tafelendwerte
auf 5 Mio. € aus Gründen des Europarechts nicht erforderlich ist.
Der Vorsitzende des Gesprächskreises Freie Berufe der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion Stephan Mayer bezeichnete die seit mehr als
einem Jahrzehnt nicht mehr angepassten Gebührensätze als
"anachronistisch" und fordert mittelfristig sogar eine Erhöhung um 20
Prozent. Dies wäre auch nötig, denn laut AHO-Bürokostenvergleich 2007
haben 40 Prozent der Büros Verluste eingefahren. "Die Umsatzrendite der
Planerbüros ist im Vergleich zu den Vorjahren im Durchschnitt auf 1,2
Prozent geschrumpft", unterstreicht der AHO-Vorstandsvorsitzende Ernst
Ebert und fordert eine kurzfristige, deutliche Honorarerhöhung.
Das mit der Durchführung des AHO-Bürokostenvergleichs beauftragte
unabhängige Institut für Freie Berufe (IFB) Nürnberg kommt zu dem
klaren Ergebnis: Die Honorarsätze müssen sofort um 20 Prozent angehoben
werden.