1. Gesamtanzahl der Architekten und Stadtplaner in Deutschland
Im
Jahr 2011 ist die Anzahl der Architekten und Stadtplanern in
Deutschland weiterhin gestiegen. Mit 125.1636 eingetragenen Architekten,
Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern haben die
Architektenkammern der sechzehn Bundesländer zum 1. 1. 2012 ein neues
Mitgliederhoch erreicht. Die Anzahl der Mitglieder nahm im Saldo
(Eintragungen abzüglich Löschungen) gegenüber dem Vorjahr um 551
Personen bzw. 0,4% Prozent zu.
Ein starker
Nettomitgliederzuwachs sind bei der Architektenkammer Bremen (+3,4 %)
und Hamburg (+2,9%) vorzuweisen. Gefolgt von Berlin (+1,9 %),
Nordrhein-Westfalen (+1,2 %), Bayern (+1,1 %) und Brandenburg (+1%). In
den Architektenkammern der Länder, Sachsen (+0,8 %), Hessen (0,8 %),
Thüringen (0,7 %), Schleswig-Holstein (+0,6%) und Rheinland-Pfalz
(0,2%), war der Zuwachs unterdurchschnittlich. In Niedersachsen
(+0,0 %) kam es prozentual zu keinem Zuwachs. Einen
Nettomitgliederverlust haben die Architektenkammern
Mecklenburg-Vorpommern (-3,9 %), Baden-Württemberg (-1,8%), Saarland
(-1,1%) und Sachsen-Anhalt (-0,3%) zu verzeichnen.
2. Architektendichte in Deutschland
In
Deutschland kommt ein Architekt bzw. Stadtplaner auf 654 Einwohner.
Damit hat Deutschland im europäischen Vergleich eine hohe
Architektendichte. Allerdings sind die Architekten nicht gleichmäßig
auf Deutschland verteilt. Die höchsten Architektendichten haben Hamburg
mit 414 Einwohnern je Architekt sowie Berlin und Baden-Württemberg (452
und 455). Die niedrigsten Architektendichten finden sich in
Sachsen-Anhalt (2.437) und Brandenburg (2.123).
3. Alte Bundesländer vs. Neue Bundesländer
Generell
ist der Berufsstand in den östlichen Bundesländern nicht so stark
vertreten wie im westlichen Teil Deutschlands. Die Architektendichte ist
im Westen deutlich höher als in den östlichen Bundesländern. Die
saldierte Zunahme der Kammereintragungen gegenüber dem Vorjahr fand
allerdings in den neuen Bundesländer prozentual mit 147 Personen
(+1,0 %) höher statt, als mit 404 Personen (+0,4 %) in den alten
Bundesländern.
4. Verteilung nach Fachrichtungen
Die
bedeutendste Fachrichtung innerhalb der Architektenschaft stellen mit
86,4 Prozent die Hochbauarchitekten dar. Als Landschaftsarchitekten
betätigen sich 5,7 Prozent der eingetragenen Kammermitglieder, 4,4
Prozent sind als Innenarchitekten und 3,5 Prozent als Stadtplaner tätig.
5. Verteilung nach Tätigkeitsbereich
Rund
die Hälfte der Architekten und Stadtplaner sind Freiberufler. Der
Anteil der beamteten Kammermitglieder geht seit Jahren zurück und
beträgt nun 2,8 Prozent. Einen tendenziellen Bedeutungszuwachs erfahren
die angestellten Architekten und Stadtplaner. Ihr Anteil liegt bei 47,1
Prozent. Mit 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der
gewerblich Tätigen etwas gesunken.
6. Verteilung nach Geschlecht
Gestiegen
ist der Anteil der Architektinnen und Stadtplanerinnen. Generell ist
die Frauenquote mit 29,3 Prozent im Vergleich zu anderen Freien Berufen
niedrig, allerdings hat das relative Gewicht der Architektinnen und
Stadtplanerinnen in den letzten Jahren zugenommen. So lag der Anteil der
weiblichen Berufsangehörigen Anfang der Neunziger Jahre noch unter
zwanzig Prozent.
7. Ausblick
Die
Anzahl der Architekten und Stadtplaner in Deutschland wird in den
nächsten Jahren weiter zunehmen. Der seit 2011 vernommene Anstieg der
Absolventenzahlen und der Studierenden ist hierfür ein Indiz. Auf dem
Arbeitsmarkt ist bis zum Ende des Jahrzehnts nicht mit einer Entspannung
zu rechnen. Zwar ist die Anzahl der bei der Bundesagentur für Arbeit
registrierten arbeitslosen Architekten und Stadtplaner in den letzten
Jahren deutlich zurückgegangen. Allerdings gibt es auf dem Arbeitsmarkt
für Architekten und Stadtplaner eine beträchtliche Anzahl nicht
registrierter Arbeitsloser bzw. sogenannter prekärer
Beschäftigungsverhältnisse. Des Weiteren verfügen gemäß
Erwerbstätigenstatistik des Statistischen Bundesamtes rund 350.000
Personen im erwerbsfähigen Alter über einen (Fach-)Hochschulabschluss in
den Bereichen Architektur und Stadtplanung. Mehr als die Hälfte dieser
Personen sind nicht im Bereich der Architektur tätig. Dies verdeutlicht
das große Überangebot an Arbeitskräften.
Quelle: Bundeskammerstatistik zum 01.01.2012, Inga Stein-Barthelmes 04.04.2012