Architekten in Deutschland - Bundeskammerstatistik
Datum: 30.05.2012
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1. Gesamtanzahl der Architekten und Stadtplaner in Deutschland
Im Jahr 2011 ist die Anzahl der Architekten und Stadtplanern in Deutschland weiterhin gestiegen. Mit 125.1636 eingetragenen Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplanern haben die Architektenkammern der sechzehn Bundesländer zum 1. 1. 2012 ein neues Mitgliederhoch erreicht. Die Anzahl der Mitglieder nahm im Saldo (Eintragungen abzüglich Löschungen) gegenüber dem Vorjahr um 551 Personen bzw. 0,4% Prozent zu.

Ein starker Nettomitgliederzuwachs sind bei der Architektenkammer Bremen (+3,4 %) und Hamburg (+2,9%) vorzuweisen. Gefolgt von Berlin (+1,9 %), Nordrhein-Westfalen (+1,2 %), Bayern (+1,1 %) und Brandenburg (+1%). In den Architektenkammern der Länder, Sachsen (+0,8 %), Hessen (0,8 %), Thüringen (0,7 %), Schleswig-Holstein (+0,6%) und Rheinland-Pfalz (0,2%),  war der Zuwachs unterdurchschnittlich. In Niedersachsen (+0,0 %) kam es prozentual zu keinem Zuwachs. Einen Nettomitgliederverlust haben die Architektenkammern Mecklenburg-Vorpommern (-3,9 %), Baden-Württemberg (-1,8%), Saarland (-1,1%) und Sachsen-Anhalt (-0,3%) zu verzeichnen.

2.  Architektendichte in Deutschland
In Deutschland kommt ein Architekt bzw. Stadtplaner auf 654 Einwohner. Damit hat Deutschland im euro­päischen Vergleich eine hohe Architektendichte. Allerdings sind die Architekten nicht gleich­mäßig auf Deutschland verteilt. Die höchsten Architektendichten haben Hamburg mit 414 Einwohnern je Architekt sowie Berlin und Baden-Württemberg (452 und 455). Die niedrigsten Architektendichten finden sich in Sachsen-Anhalt (2.437) und Brandenburg (2.123).

3. Alte Bundesländer vs. Neue Bundesländer
Generell ist der Berufsstand in den östlichen Bundesländern nicht so stark vertreten wie im westlichen Teil Deutschlands. Die Architektendichte ist im Westen deutlich höher als in den östlichen Bundesländern. Die saldierte Zunahme der Kammereintragungen gegenüber dem Vorjahr fand allerdings in den neuen Bundesländer prozentual mit 147 Personen (+1,0 %) höher statt, als mit 404 Personen (+0,4 %) in den alten Bundesländern.

4. Verteilung nach Fachrichtungen
Die bedeutendste Fachrichtung innerhalb der Architektenschaft stellen mit 86,4 Prozent die Hochbauarchitekten dar. Als Landschafts­architekten betätigen sich 5,7 Prozent der eingetragenen Kammermitglieder, 4,4 Prozent sind als Innenarchitekten und 3,5 Prozent als Stadtplaner tätig.

5. Verteilung nach Tätigkeitsbereich
Rund die Hälfte der Architekten und Stadtplaner sind Freiberufler. Der Anteil der beamteten Kammermitglieder geht seit Jahren zurück und beträgt nun 2,8 Prozent. Einen tendenziellen Bedeutungszuwachs erfahren die angestellten Architekten und Stadtplaner. Ihr Anteil liegt bei 47,1 Prozent. Mit 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der gewerblich Tätigen etwas gesunken.

6. Verteilung nach Geschlecht
Gestiegen ist der Anteil der Architekt­innen und Stadtplanerinnen. Generell ist die Frauenquote mit 29,3 Prozent im Vergleich zu anderen Freien Berufen niedrig, allerdings hat das relative Gewicht der Architektinnen und Stadtplanerinnen in den letzten Jahren zugenommen. So lag der Anteil der weiblichen Berufsangehörigen Anfang der Neunziger Jahre noch unter zwanzig Prozent.

7. Ausblick
Die Anzahl der Architekten und Stadtplaner in Deutschland wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Der seit 2011 vernommene Anstieg der Absolventenzahlen und der Studierenden ist hierfür ein Indiz. Auf dem Arbeitsmarkt ist bis zum Ende des Jahrzehnts nicht mit einer Entspannung zu rechnen. Zwar ist die Anzahl der bei der Bundesagentur für Arbeit registrierten arbeitslosen Architekten und Stadtplaner in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Allerdings gibt es auf dem Arbeitsmarkt für Architekten und Stadtplaner eine beträchtliche Anzahl nicht registrierter Arbeitsloser bzw. sogenannter prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Des Weiteren verfügen gemäß Erwerbstätigenstatistik des Statistischen Bundesamtes rund 350.000 Personen im erwerbsfähigen Alter über einen (Fach-)Hochschulabschluss in den Bereichen Architektur und Stadtplanung. Mehr als die Hälfte dieser Personen sind nicht im Bereich der Architektur tätig. Dies verdeutlicht das große Überangebot an Arbeitskräften.

Quelle: Bundeskammerstatistik zum 01.01.2012, Inga Stein-Barthelmes 04.04.2012