Gegen Baupfusch: VBI fordert Einführung des 2-Umschlag-Verfahrens bei Vergaben
Datum: 23.06.2010
Abkehr vom Preiswettbewerb bei Vergabeverfahren
"Wir müssen den Teufelskreis aus Preisdumping, suboptimaler
Planung, mangelnder Bauausführung, unzureichender Baukontrolle und
explodierender Projektkosten endlich durchbrechen. Bei der Vergabe von
Planungs- und Beratungsleistungen am Bau gehören die innovative Kraft
der Ingenieure und die langfristige Wirtschaftlichkeit von Projekten in
den Fokus gerückt. Mit dem 2-Umschlag-Verfahren haben wir die Chance,
den vielen Fehlentwicklungen am Bau endlich etwas entgegenzusetzen".
Dies sagte am 22.06.2010 VBI-Hauptgeschäftsführer Dipl.-Ing. Klaus
Rollenhagen anlässlich der Vorstellung des vom Verband Beratender
Ingenieure VBI vorgeschlagenen 2-Umschlag-Verfahrens in Berlin.
Der Vorgang bei einer Ausschreibung bzw. Vergabe nach diesem Verfahren
ist denkbar einfach: Der eine Umschlag enthält den Vorschlag für die
technische Lösung des ausgeschriebenen Projektes. In dem separaten
zweiten Umschlag ist das Honorarangebot fixiert. Erst nachdem die
technischen Lösungen bewertet und die drei besten Varianten
herausgefiltert wurden, werden die dazugehörigen Preisangebote geöffnet.
Alle anderen Angebote finden keine Berücksichtigung. Nach einem vorher
transparent festgelegten Bewertungsschlüssel werden sodann technische
Lösung und Preis je nach Aufgabe gewichtet und ein "Gewinner" der
Ausschreibung ermittelt.
"Das 2-Umschlag-Verfahren ist bestechend einfach und transparent. Die
beste technisch-wirtschaftliche und nicht die vordergründig billigste
Lösung bekommt den Zuschlag. Ein für den Bauprozess kontraproduktives
Preisdumping wird von vornherein ausgebremst. Wir empfehlen insbesondere
allen öffentlichen Auftraggebern, das 2-Umschlag-Verfahren für alle
Vergaben von Planungsleistungen einzuführen", sagte Klaus Rollenhagen.
Der VBI bietet eine vierseitige Publikation zum Thema an: Das
VBI-Praxisinfo Nr. 5 kann kostenfrei unter www.vbi.de ->
Publikationen (rechtes Downloadmenu) heruntergeladen werden. Öffentliche
Auftraggeber können es zudem beim VBI in Papierform bestellen.
(Quelle: VBI)