ifo Architektenumfrage: Gutes Geschäftsklima bei freischaffenden Architekten
Datum: 08.07.2010
Das Geschäftsklima für Architekten ist unverändert günstig. Bei der
vierteljährlichen Umfrage des ifo Instituts bezeichnete knapp ein
Drittel der Befragungsteilnehmer die eigene Lage als gut. Nur ein
Viertel der Architekten ist unzufrieden. Damit überwiegt zum vierten Mal
in Folge die Zahl der positiven Meldungen. Die Erwartungen für die
kommenden sechs Monate klingen hingegen nicht mehr ganz so
zuversichtlich. Zwar stieg der Anteil der optimistischen Architekten von
16 auf 17 Prozent. Gleichzeitig nahm aber der Anteil der Skeptiker von
18 auf 20 Prozent zu.
Über die Hälfte der Architekten (55 Prozent) konnte im ersten Quartal
2010 neue Verträge abschließen. Das geschätzte Volumen der Neuaufträge
stieg gegenüber dem Vorquartal um nahezu ein Fünftel. Zum Ende des
Quartals verfügten die Architekten im Durchschnitt über ein
Auftragspolster in Höhe von knapp sechs Monaten. Das ist der beste Wert
seit Mitte der neunziger Jahre.
Im Wohnungsbau stieg neben dem Auftragsvolumen für Ein- und
Zweifamilienhäuser (+7%) vor allem die Nachfrage nach Planungsleistungen
für Mehrfamilienhäuser (+23%). Damit setzte sich die positive Tendenz
der letzten Quartale fort.
Die Nachfrage von gewerblichen Auftraggebern zog ebenfalls deutlich an.
Das Volumen der neu akquirierten Aufträge lag in diesem Teilsegment um
gut ein Drittel über dem des Vorquartals. Das hohe Niveau von vor zwei
Jahren ist jedoch bei weitem noch nicht wieder erreicht.
Die öffentlichen Hände haben im ersten Quartal 2010 etwa zehn Prozent
weniger Architektenleistungen für Neubauten in Auftrag gegeben. Eine
immer größere Rolle spielen hingegen Maßnahmen im Bestand. Die
öffentlichen Planungsaufträge für Umbauten, Modernisierungen und
Instandsetzungen übertreffen das Volumen für Neubauten inzwischen um
fast 50 Prozent.
Quelle: BDB