Honorare steigen um 10 Prozent! Durchbruch bei der Novellierung der HOAI
Datum: 02.12.2008
Durchbruch bei der Novellierung der HOAI: Absenkung der Tafelendwerte ist vom Tisch
Wie dem AHO aus Gesprächen mit Regierungsvertretern bekannt geworden ist, zeichnet sich ab, dass die Obergrenze der sogenannten Tafelendwerte nicht gekappt wird, sondern in Höhe von 25,5 Mio. € im Bereich der Objektplanung bestehen bleibt. Auch eine kurzfristige Honorarerhöhung für Architekten und Ingenieure um 10 Prozent ist vorgesehen. "Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung", begrüßte der AHO-Vorstandsvorsitzende Ernst Ebert die aktuelle Entwicklung anlässlich der AHO-Veranstaltung am 26.11.2008 zur Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) und zur Präsentation des AHO-Bürokostenvergleichs 2007 mit Aussagen zur Auskömmlichkeit ausgewählter Honorartafeln vor rund 160 Gästen.
Im Vorfeld hat der FDP-Politiker Patrick Döring massiv zur Diskussion beigetragen und Rechtsgutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages vorgelegt. Diese belegen eindeutig, dass mit einer verbindlichen Honorarregelung nur für Büros mit Sitz in Deutschland ("Inländer-HOAI") die Dienstleistungsfreiheit ausländischer Büros umfassend gewährleistet wäre und eine Absenkung der Tafelendwerte auf 5 Mio. € aus Gründen des Europarechts nicht erforderlich ist.
Der Vorsitzende des Gesprächskreises Freie Berufe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Stephan Mayer bezeichnete die seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr angepassten Gebührensätze als "anachronistisch" und fordert mittelfristig sogar eine Erhöhung um 20 Prozent. Dies wäre auch nötig, denn laut AHO-Bürokostenvergleich 2007 haben 40 Prozent der Büros Verluste eingefahren. "Die Umsatzrendite der Planerbüros ist im Vergleich zu den Vorjahren im Durchschnitt auf 1,2 Prozent geschrumpft", unterstreicht der AHO-Vorstandsvorsitzende Ernst Ebert und fordert eine kurzfristige, deutliche Honorarerhöhung.
Das mit der Durchführung des AHO-Bürokostenvergleichs beauftragte unabhängige Institut für Freie Berufe (IFB) Nürnberg kommt zu dem klaren Ergebnis: Die Honorarsätze müssen sofort um 20 Prozent angehoben werden.
Quelle: ibr-online