Neue HOAI Novelle tritt voraussichtlich noch 2013 in Kraft
Datum: 15.02.2012
Die 7. Novelle der HOAI, die "Neue HOAI 2013" soll bis Mai 2013 in Kraft treten
Bei
der Umsetzung der anstehenden HOAI-Novellierung - HOAI 2013 - gibt es
zwar Verzögerungen, der Zeitplan soll aber dennoch eingehalten werden.
Das ist einer Pressemitteilung zu entnehmen, die der AHO (Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V.) nach seiner
Herbsttagung im Dezember 2011 herausbrachte:
Mit
einem deutlichen Bekenntnis zur Reform der Honorarordnung für
Architekten und Ingenieure (HOAI) in dieser Legislaturperiode bis zum
Jahr 2013 eröffnete der Parlamentarische Staatssekretär im
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) Ernst Burgbacher
MdB die traditionelle AHO-Herbsttagung am 01.12.2011 vor mehr als 200
Gästen im Ludwig Erhard Haus Berlin. „Der Zeitplan sei ehrgeizig, aber
machbar“ betonte Burgbacher und räumte gleichzeitig eine Verzögerung bei
der Vergabe des BMWi- Honorargutachtens ein, das neu ausgeschrieben
werden muss. Durch eine Straffung der Ausschreibung und eine
Beschränkung der Untersuchung auf honorarrelevante Parameter soll der
eingetretene Zeitverlust wettgemacht werden. Der Staatssekretär
versicherte die vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit mit dem AHO
und unterstrich das gemeinsame Ziel, mit einer zukunftsfähigen HOAI
einen Interessenausgleich aller am Planungsprozess Beteiligten
sicherzustellen. Dieser Zielstellung schloss sich der Leiter der
Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern,
Ministerialdirektor Josef Poxleitner, in seinem Grußwort in vollem
Umfang an. Er werde die Umsetzung des Bundesratsbeschlusses vom 12.06.
2009 zur Novellierung der HOAI weiterhin aufmerksam begleiten, kündigte
Poxleitner an.
Der AHO-Vorstandsvorsitzende Ernst Ebert
unterstrich, dass die Einhaltung des ohnehin straffen Zeitplanes bis
2013 von zentraler Bedeutung für den Erfolg des Reformprozesses ist.
Nachdem die baufachliche Aktualisierung und Modernisierung der
Leistungsbilder der HOAI im Bundesministerium für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung (BMVBS) fristgerecht abgeschlossen werden konnte, ist
nun das BMWi am Zug, das angekündigte Gutachten zur Überprüfung der
Honorarstruktur und zur erforderlichen Anpassung der Honorartafeln
schnellstmöglich zu beauftragen. Professor Lechner, der den
Evaluierungsprozess im BMVBS begleitet hat, gab einen Einblick in die
Zwischenergebnisse und unterstrich vor allem die wirtschaftlichen
Vorzüge der HOAI als effizientes Einkaufssystem für Planungsleistungen.
Erneut
im Fokus der Diskussion stand die noch immer offene politische
Grundsatzfrage über die Rückführung der Leistungen für
Umweltverträglichkeitsstudien, Thermische Bauphysik, Schallschutz und
Raumakustik, Bodenmechanik, Erd- und Grundbau sowie
Vermessungstechnische Leistungen (ehemals Teile VI, X-XIII HOAI 1996) in
den verbindlichen Teil der HOAI. Ebert forderte nachdrücklich eine
baldige politische Grundsatzentscheidung in dieser für den AHO zentralen
Frage und verwies auf zwei vorliegende wissenschaftliche Gutachten.
Darin wurde fachlich fundiert belegt, dass diese Planungsleistungen
untrennbar zum originären Planungsprozess gehören.
Dringenden
Handlungsbedarf hat auch der AHO-Bürokostenvergleich 2010 aufgezeigt.
Die Honorarsituation der Architektur- und Ingenieurbüros hat sich im
Vergleich zum Jahr 2009 trotz guter Auftragslage nicht signifikant
verbessert. Die Bürostundensätze sind weiterhin auf niedrigem Niveau.
Dagegen öffnet sich die Schere zwischen Kosten und Ertrag immer weiter,
die Umsatzrendite der Büros sank im Durchschnitt noch einmal von 3,4
Prozent im Jahr 2009 auf aktuell nur noch 2,2 Prozent. Etwa 40 Prozent
der Büros, darunter vorwiegend kleinere, schreiben rote Zahlen. Damit
haben Ingenieure trotz stets steigender Anforderungen mit Abstand die
rote Laterne im Gehaltsvergleich der Ingenieurberufe, konstatierte Ebert
und bekräftigte die Notwendigkeit einer deutlichen Anhebung der
Tafelwerte im Zuge der HOAI-Novellierung. Andernfalls werde sich der
Exodus von am Bau tätigen Ingenieuren in die Industrie weiter
verstärken.